Es ist noch gar nicht lange her, da lebte der noch 18jährige Gymnasiast den sportlichen Spagat zwischen Fußball und der Leichtathletik. Doch mit den sich mehrenden Erfolgen auf der Laufbahn, war die Entscheidung für die Ursprungssportart nur logische Folge. Bald schon der Sprung in den NLV Kader und kurz darauf erkannte auch der DLV das Talent des Langsprinters. Die Deutsche Vizemeisterschat der U20 Athleten über 400m in der Halle waren ein weiterer bemerkenswerter Schritt, der selbst über den Erwartungen der Trainer lag. Damit nicht genug, schon beim Saisoneinstieg auf der Bahn in Hannover gab es wieder eine neue PB. Er lief die 400m Hürden starke 52,89 Sekunden. Eine Woche danach rannte der 1,90m lange Union Sprinter bei der gut besetzten Sparkassen Gala in Regensburg noch schneller und verfehlte mit seinen 52,58 Sekunden die Qualifikation für die U20 Weltmeisterschaft in den USA nur um 0,33 Sekunden. „Mir war klar, dass es hart wird die Norm zu knacken, aber einige Versuche gibt’s ja noch“, sein Kommentar im Gespräch beim Training. Doch was er schon zwei Wochen später bei der Bauhaus-Gala in Mannheim ablieferte, war jenseits aller Erwartungen. Im dritten von vier international stark besetzten Viertelmeilen mit Hürden stürmte der lange „Sölter“ Kopf an Kopf mit drei Kontrahenten über die achte Hürde auf die Zielgerade. In einem unwiderstehlichen Finish ließ er keinem seiner auch internationalen Kontrahenten eine Chance. In den ersten Momenten nach Zieldurchlauf mit Blick auf die Anzeige konnte er nicht fassen, was er da auf die bahn gezaubert hatte. „Du bist wahnsinnige 51,48 gelaufen“ rief ihm einer seiner Kontrahenten fast schon ungläubig zu, und ergänzte, „das ist die Quali für die WM in Eugene“. Schnell machte es die Runde und Freunde und Vereinskameraden nutzten die „Social Media“ für Gratulationen und Respektbekundungen. Mit diesem Leistungssprung hatte er seine noch junge Bestleitung um gewaltige 1,1 Sekunden gesteigert. Vater Thorben konnte seinem Filius sogar noch eine weitere gute Nachricht mitteilen; “Du hast den Bezirksrekord vom Braunschweiger Markus Diekmann verbessert, er war 1993 52,31 gelaufen und du bist zudem Deutsche Jahresbestzeit gelaufen“. Das I-Tüfelchen auf das Erfolgs-Wochenende war dann die Berufung in die U20 4X400m Nationalstaffel. Mit Stolz streifte er erstmals das Nationaltrikot über. Kurze Zeit später leistete er an Position drei im siegreichen Quartett des Teams Germany 1 einen wichtigen Beitrag. Mit 3:09,74 Min. rannte das Quartett auf Platz 4 der der U20 Europajahresrangliste.
Als nächstes Ziel peilt Nikolas Raeth nun die nationalen Titelkämpfe an. Nach seiner Bestzeit fährt der Unioner nun als (einer) der Favorit(en) zu den Deutschen U20 Meisterschaften nach Bochum-Wattenscheid, doch Nikolas sieht es entspannt: „Ich habe Spaß am Sport, besonders dem Wettkampf und werde mein Bestes geben“
Mas/manfred Spittle
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