Bild: Sport im Osten (MDR) Natürlich war der für den SV Union startende Gymnasiast in die von Liedermacher Grönemeyer besungenen Stadt gefahren, um im Konzert der Besten mitzuspielen und vielleicht sogar auf den Zug in Richtung U20 EM im finnischen Tampere aufzuspringen. Im Vorlauf lief alles nach Plan, denn obwohl das Talent mit angezogener Handbremse ins Rennen ging musste er nur zum Schluss etwas anziehen um die Nase vorn zu haben. Im Ziel blieb die Uhr nach guten 54,50 Sekunden stehen. Seiner Mimik konnte man entnehmen, dass es ein idealer Aufgalopp für das Finale war. In der Nacht vor dem Endlauf schien Raeth dann zudem die nötige Kraft für seine Vorhaben getankt zu haben.
„Als der Starter uns in die Blöcke schickte hatte ich ein gutes Gefühl. Doch schon kurz nach dem Startschuss spürte ich, dass etwas mit dem Oberschenkel nicht stimmt. Bricht die gerade ausgeheilte Zerrung wieder auf, oder ist es eine Verhärtung, schoss es mir durch den Kopf“ erinnert sich der Sölter. So gehandicapt ging es bis zur 8. Hürde. „Erst hier ließen die Probleme etwas nach und ich konnte mit einem guten Finish noch einige Kontrahenten abfangen, aber das angestrebte Ziel rückte in die Ferne“, blickte ein doch etwas enttäuschte Nikolas Raeth aufs Rennen zurück. Als guter fünfter lief er in feinen 53,59 Sekunden über die Ziellinie. Mit der Zeit hatte er seine noch junge Bestleistung nur um 21 Hundertstel verfehlt und war zudem Drittschnellster Läufer der Altersklasse 2007 im Rennen. Mehr als nur ein Trostpflaster sollte die Erkenntnis sein, dass er auch im nächsten Jahr noch der Klasse U20 angehört.
Mas/Manfred Spittler

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